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Am Institut für Alte Musik der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen kommen junge Musiker*innen aus aller Welt zusammen. Sie verbindet die Freude an der Erkundung und Entdeckung der Musik von 1500 bis 1850. Dabei klopfen sie den Staub von den alten Partituren und widmen sich mit voller Leidenschaft dem Musizieren auf Instrumenten historischer Bauart. Mit den Vorläufern der modernen Orchesterinstrumente erkunden sie mit weltweit geschätzten Dozierenden den Klang vergangener Epochen und transportieren ihn ins Hier und Jetzt. Neben dem Studium alter Lehrwerke, werden Hörerwartungen hinterfragt und individuelle Interpretationsansätze entwickelt.

Die Studierenden erkunden die ganze Bandbreite klanglicher Emotionen. Sei es das weiche Klangbild einer Traversflöte oder der kraftvolle Beat eines Cembalos, die Alte Musik lebt von farbigen Kontrasten. Ganz ähnlich wie eine Rock- oder Jazzband improvisieren die Musiker*innen auch spontan zusammen und zeigen, wie lebendig uralte Grounds in unserer heutigen Zeit klingen können.

Dabei zeichnet sich Trossingen als Studienort durch ein forderndes und zugleich freundschaftliches Klima aus, mit einer kreativen Arbeitsatmosphäre, die nicht von Konkurrenz, sondern von gegenseitiger Inspiration und Wertschätzung geprägt ist.

An der Musikhochschule Trossingen wird für Alte Musik als grundständiger Studiengang der Bachelor in zwei Profilen angeboten: Podium und Lehrbefähigung. Das Profil Lehrbefähigung beinhaltet zusätzlich den Abschluss als staatlich geprüfte*r Musiklehrer*in. Die Entscheidung zwischen den Profilen muss erst spätestens im vierten Semester gefällt werden. Darüber hinaus kann man vom Wintersemester 2020/21 an die „modernen“ Studiengänge mit einem Zweitprofil Alte Musik ergänzen. Dann erhält man vom 2. bis 7. Semester zusätzlich eine Wochenstunde Unterricht im entsprechenden historischen Instrument. Außerdem kann man alle historischen Instrumente als Nebenfach studieren und erhält für eine nicht festgelegte Dauer eine halbe Stunde Unterricht pro Woche.


Film zum Studiengang Alte Musik

Copyright: Staatliche Hochschule für Musik Trossingen (Video: Dagmar Vinzenz / Ton: Max Krumm / Sprecherin: Marit Beyer / Studierende: Mika Stähle, Rahel Klein / Realisation: Linde Brunmayr-Tutz)


Überblick zum Bachelorstudiengang Alte Musik an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen

Studiengang

Studienmöglichkeit

Abschluss

Regelstudienzeit

Alte Musik

Bachelor HF mit 2 Profilen:

  • Podium
  • Lehrbefähigung

Bachelor of Music (wahlweise: mit Lehrbefähigung zum Unterricht an Musikschulen)

8 Semester


Auf der Seite der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen finden Sie die aktuellen formalen Studieneingangsvoraussetzungen und die aktuellen Informationen zur Studienverlaufsplanung.

„Um eine Aufnahmeprüfung zum Bachelor Alte Musik in Trossingen zu bestehen, muss man schon ein historisches Instrument besitzen und sehr viel über Alte Musik wissen.“

Für die Aufnahmeprüfung wird kein historisches Instrument vorausgesetzt und kein fundiertes Wissen über die Aufführungspraxis verlangt. Neben den allgemein üblichen instrumententechnischen und musikalischen Fähigkeiten auf dem modernen Instrument wird erkennbares Interesse an der Alten Musik vorausgesetzt. Ein entsprechendes historisches Instrument bekommt man dann für das Studium von der Hochschule geliehen.


Alte Musik ist im Repertoire zu begrenzt.“

An der Trossinger Musikhochschule wird AlteMusik vom späten 16. bis ins 19. Jahrhundert, also von der späten Renaissance über den Barock und die Klassik bis in die Romantik hinein unterrichtet. Somit ist das Repertoire verglichen mit dem modernen Studiengang Musik nur um etwa 100 Jahre nach hinten verschoben. Darüber hinaus gewinnt die Musik durch die in diesem Studium vermittelten Einsichten unglaublich viel Farbe und Differenzierung.


Moderne Instrumente sind verbesserte Versionen der historischen, Stichwort: Bach hätte den modernen Flügel immer dem Cembalo vorgezogen.“

Jede Weiterentwicklung der Instrumente hat etwas Neues möglich gemacht, das hat jedoch klanglich auch immer einen Preis. So kostet zum Beispiel ein Gewinn an Lautstärke fast immer Farbigkeit und Klarheit. Da Komponist*innen die Möglichkeiten des Instrumentariums ihrer jeweiligen Zeit auszuschöpfen versuchen, kann man auf diesen Instrumenten die Komposition auch am besten – so wie sie gemeint ist – zum Klingen bringen!

Das Institut für Alte Musik an der Hochschule Trossingen zählt zu den renommiertesten Ausbildungsstätten für Alte Musik in Europa. Es hat ein extrem breit gefächertes Angebot, das die Interpretationspraxis der Musik von der Renaissance bis zur Romantik anbietet. Eine dortige Ausbildung im Hauptfach oder im Zweitprofil bedeutet einen Startvorteil auf dem Markt.

Nach erfolgreichem Studium der Alten Musik kann man ...

  • an einem der zahllosen Ensembles oder Barockorchester als freiberufliche*r Musiker*in mitwirken oder diese als festes Mitglied beitreten.
  • ein eigenes Ensemble gründen und führen (selbstverwaltete Ensembles vom Kammerensemble bis zum Barockorchester).
  • an einer Musikschule oder privat unterrichten. (Viele historische Instrumente sind an den Musikschulen fest verankert. Auch bei den „modernen“ Instrumenten spielt der stilistisch korrekte Zugang zur Alten Musik eine immer größere Rolle.)
  • sich bei modernen Orchestern bewerben, die immer mehr Wert auf den Bereich der Alten Musik legen bei einigen Orchesterstellen ist das Beherrschen des entsprechenden „historischen“ Instrumentes sogar Voraussetzung.

Oft ist das Berufsbild ein „Patchwork“, also eine Mischung aus Unterrichten auf einer halben oder ganzen Stelle an einer Musikschule und dem Konzertieren.